Tage wie diese

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

An Tagen wie diesen scheint nichts zu funktionieren. Die Melancholie schleicht in den hintersten Winkel der Seele und rankt sich dort wie zäher Nebel um jedes gute Gefühl und bringt es zum Ersticken.

Nass kleben trübe Gedanken in Kopf und Herz und bringen einen zum Schweigen. Erst noch wollten wir mutig ausziehen und ganze Bergmassive versetzen. Und nun finden wir uns an den Gestaden eines Trauergewässers und werfen lustlos Steine in den See.

Nichts will uns Freude machen, alles liegt tot und langweilig in der Winterstarre. Nur der eigene Atem tanzt kurz um uns herum und verpufft dann ungesehen in der Luft. Unbeweglich fühlen wir uns, fehl am Platz, unfähig, einen deutlichen Gedanken zu fassen.

Sind wir nicht versucht, solch unglücklichen Besuch so rasch als möglich loszuwerden, ihn zu verscheuchen wie die lästig kreischenden Krähen, die hundertfach über die verschneiten Äcker hüpfen?

Eingefroren in der Bewegung, zum Stillstand gezwungen: Kann daran etwas Gutes sein?

Warum setzen wir uns nicht auf die Bank dort unter dem Baum und laden den mühseligen Gast ein, kurz innezuhalten mit uns? Und schauen gemeinsam in die Weite, verstehen oder verstehen nicht, was keine Rolle spielt. Einfach schweigen und sich dann verabschieden.

Und etwas leichter ist der Gang, etwas deutlicher der Blick, klart dort in der Ferne nicht sogar der Himmel auf und reicht uns die Hand?



2 Gedanken zu „Tage wie diese“

  1. Michi sagt:

    Liebe Manuela, hier schreibst du mir aus der Seele. Habe mich in letzter Zeit viel mit diesen Gedanken beschäftigt. Das ist ganz bezaubernd geschrieben! Danke dafür. Ich bin mir sicher, ich werde öfter auf deine Worte zurückgreifen, neue Kraft schöpfen und mir einen Moment nehmen um mich zu verabschieden. Danke!

    1. Manuela Gebert sagt:

      Liebe Michi
      Schön, wenn meine Worte Dich abholen können und inspirieren. Wünsche an den richtigen Stellen eine Bank zum Auftanken und den Mut, zum Abschied zu winken!
      Mit guten Gedanken, Manuela

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