Sagen, was man denkt

 

Gestern. Mit einer Kollegin gesprochen. Ein Wort gab das andere. Eine Tour d’horizon quer durch alle gesellschaftlichen Themen. Angefangen beim Corona-Virus, über  das Impeachment-Verfahren zum Wetterbericht und vielem mehr.

In präzisen Beschreibungen schälte meine Gesprächspartnerin die Essenzen heraus. Ein Wort, das öfters fiel: übertrieben. Übertriebene Angstmacherei, übertriebene Panikkäufe von Masken, übertrieben, gleich einen Notstand via WHO auszurufen. Warum das Ganze? Weil einfache Meldungen nicht ernst genommen werden oder vielleicht ganz eigennützig, um über die Legitimation für finanzielle Ressourcenbeschaffung zu verfügen oder gar aus präventiven Überlegungen, damit später niemand sagen kann, man sei nicht gewarnt worden? Ein bekanntes Dilemma; vergleiche Vogelgrippe, SARS und Co..

Und ennet dem Teich? Auch übertrieben, pompöser Klamauk. Viel Lärm um nichts und am Ende Ernüchterung. Aber man liebe ja die Unterhaltung, deshalb; was ändere es? Beim Wetter angelangt, war sie auch hier der Ansicht, dass die Dramaturgie so nichts gemein habe mit der Realität. Der angebliche Schnee oder die sintflutartigen Regengüsse oder das extrem heisse Wetter; das helfe allenfalls dem Winterdienst, die riesigen Salzvorräte zu eliminieren; den Museen bringe es Eintritte und dem Tourismus Bettenreservierungen, die dann aber doch wieder annulliert werden würden, weil sich die Vorhersagen eben doch nur als warme Luft entpuppt hätten.

Überhaupt. Niemand sage ja wirklich, was er denke. Das sei nicht opportun. Man wolle unterhalten werden, seichte Kost statt nahrhafte Menüs.

Nach dem Gespräch. Ich hänge meinen Gedanken nach. Sage ich, was ich denke? Ja und nein. Ja, weil ich zu meiner Meinung stehen kann. Nein, weil sie nicht alle verdienen.

 



3 Gedanken zu „Sagen, was man denkt“

  1. Alberto sagt:

    Liebe Manuela,
    Es ist nicht immer ratsam,die eigene Gedanken und Erfindungen preis zugeben,,,wie beim karten spiel,werden gedreht gemischt aufgenommen nach eigenen Interessen, ohne Rücksicht auf niemanden zu nehmen,Nur um das eigenes ego,,,zu,,,stärken
    Cari saluti, ciao alberto

  2. Niklaus Luder sagt:

    Liebe Manuela
    Ganz herzlichen Dank für deine lockeren Beiträge. Deine Themen sind immer sehr aktuell und sehr locker zum lesen. Ich muss neidlos zugeben, so umschweifend gut/schön schreiben kann ich leider nicht. Mach weiter so, du hast das Rüstzeug dazu.
    Liebe Grüsse Niklaus

    1. Manuela Gebert sagt:

      Lieber Niklaus
      Danke für Deine Reaktion, es freut mich, dass meine Beiträge Freude bereiten und auf Interesse stossen.
      Das Leben bietet so viele Gelegenheit, um etwas näher hinzuschauen; ich bin jeweils selbst gespannt, welche Geschichten mir im Alltag begegnen.
      Dir e schöni Zyt, e liebe Gruess, Manuela

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