Standfest

 

Inmitten geschichteter Steine

Auf trockenstem Grund und Boden

Eis und Schnee ausgesetzt

Sengender Hitze trotzend

 

Steht ein winziges Tännchen und wächst

 

Weit und breit keine Erde

Alleine in Mergel und Grau

Umgeben von rieselndem Geschiebe

In Ritzen und Spalten die Wurzeln geschlagen

 

Lässt sich das Tännchen nicht unterkriegen

 

Welches ist unser Lebenshintergrund?

Wie unser Fundament beschaffen?

Welcher Kälte,

Hitze blicken wir ins Angesicht?

 

Stehen und wachsen wir?

 

Unsere Horizonte, wie sehen sie aus?

Sind wir begleitet, wenn ja von wem?

Was lässt unsern Boden wanken?

Woran halten wir uns fest?

Halten wir aus, geben nicht auf?

 

Das Tännchen grünt; so hoff’ ich, auch wir!



4 Gedanken zu „Standfest“

  1. Ich bin immer wieder überrascht, was Du alles siehst und dann mir mit Deinen Texten und Gedichten einen Blue Day bescherst! Ich lese nur noch Blue Day zum Frühstück und keine Zeitung mehr. Danke!

    1. Manuela Gebert sagt:

      Lieber Richard
      Danke für die Blumen… Es ist schon spannend, welche Geschichten tagtäglich um uns herum weben oder die Anregung/der Ansatz dazu eigentlich da wäre. So freu ich mich, wenn ich Dir noch manche Fahrt ins Blaue auf den Frühstückstisch legen darf… e sunnige Gruess, Manuela

  2. Franziska Fuss sagt:

    Liebe Manuela
    Standfest, das gefällt mir sehr gut. Die Worte schicken Fragen in jede erdenkliche Ecke meiner Gedanken. Lebenshintergrund? Fundament? Horizont? Begleitung? Was und wo ist mein Lebensanker? Braucht es alles oder auf jeden Fall viel – oder genügt gerade mal soviel, wie es einfach braucht? Was ist viel und was wäre schlicht genug? Mein Engel der Genügsamkeit und Zufriedenheit möge mich salben mit allem was ich brauche. Und eine Ecke aus meiner Gedankenwelt meldet sich deutlich zu Wort: Geborgenheit und Liebe. Meine liebste Familie, ich danke euch!
    Ich danke dir für die wunderbaren Texte Manuela. Ich grüsse dich Franziska

    1. Manuela Gebert sagt:

      Liebe Franziska
      Dem Tännchen bin ich auf einer Wanderung begegnet und hab lange dort gestanden und über seine Lebensbedingungen nachgedacht. Da fiel mir ein anderes Erlebnis ein, welches schon länger zurückliegt: Der Lothar. Als ich nach seinem Wüten mit meiner Freundin und ihrem Hund am Lombach spazieren gegangen bin, war da kaum mehr ein Baum zu sehen, sie lagen zusammengefaltet wild auf dem Boden herum. Mit ein paar Ausnahmen: Die Bäume aus der vordersten Reihe standen praktisch alle noch, eine schauri-aufrechte Reihe, die dem Sturm erfolgreich getrotzt hat. Wir wunderten uns sehr. Meine Erklärung für dieses Phänomen zimmerte ich mir danach zusammen. Die Bäume, die noch standen, waren sich Wind und Wetter gewöhnt und bekamen ungefiltert die Lebensumstände zu spüren. Jene Bäume, die vor allem von vielen andern umgeben waren, kannten das rauhe Klima nicht unbedingt, sondern waren gut geschützt von vielen andern Bäumen. So mussten sie auch nicht unbedingt tiefe Wurzeln schlagen, es ging ganz gäbig, etwas an der Oberfläche zu bleiben. Diese Methapher half mir noch oft im Leben. Deine Worte lesend kann ich nur bestätigen, dass die Familie, die einem liebt, jener Boden und Halt ist, in dem man Wurzeln schlagen kann. So war es übrigens auch beim Tännchen resp. seinen Nachbarn, die auf Felsvorsprüngen geradezu mit dem Boden verwachsen und daran festgekrallt waren. Die Äste haben sich dennoch im Wind gebogen und die Luft genossen. Das in etwa dürften die Flügel sein, die einem die Geborgenheit und Liebe der Familie verleihen.
      Danke, dass Du Deine Gedanken mit mir teilst, ganz liebe Grüsse in Dein Daheim, herzlich Manuela

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