Söiblueme

Sattes Grün soweit das Auge reicht, durchsetzt von gelben Punkten. Ein wogendes Meer aus saftigem Gras und darin in Wonne Söiblume um Söiblume. Ich kann mich gar nicht sattsehen. Daneben säumen Pappeln das Ufer und geben den Blick frei auf den See. Wild seine Oberfläche, am gegenüberliegenden Gestade sinken die mächtigen Felsen ins Nass, bewaldet bis ans Wasser. Am Himmel ziehen grosse Cumuluswolken dahin und die späte Nachmittagssonne taucht die Szenerie in ein unwirkliches Licht.

Ein Gemälde von einem vergehenden Tag, geschenkt, wer Augen dafür hat. Und ich wünschte, der Moment könnte ewig dauern.

Der Wonnemonat Mai steht vor der Tür und hat mannigfaltig schon seine Boten vorausgeschickt. All die herrlichen Matten, darin schwarz-rindene Bäume, in deren Geäst die Blust explodiert. Ich kann verstehen, dass Kälber bei diesem Anblick zu hüpfen beginnen vor Freude.

Wann haben Sie das letzte Mal die Schuhe ausgezogen und sind durchs taufrische Gras gelaufen? Oder am See aufs Mäuerchen gesessen und haben Steinchen ins Nass geworfen? Oder haben sich am Nachmittag unter einen Apfelbaum in Blüte gelegt und in den Himmel gestaunt, über sich das Brummen von Insekten? Im Wald das zarte Buchenblatt berührt und ein Lied aus Kindertagen gepfiffen?

Das Frühlingserwachen ist rund um Sie her, gehen Sie fischen, spazieren, juchzen oder still auf ein Bänkli sitzen. Nehmen Sie Papier und Stifte mit und porträtieren den Zwetschgenbaum oder malen den gurgelnden Bach. Es gibt so viel zu entdecken draussen.

Auf ins Leben und die Sinne betäubt!

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