Dorfidylle

 

Wie lieblich die Häuschen nebeneinander stehen

Wie putzig die kleinen Fensterlein im Sonnenlicht blinzeln

Wie üppig die Blumenpracht in gejäteten Beeten wächst

Wie drollig die Zwerge zwischen den Zaunpfosten hervorlugen

 

Wie genau hier ein jeder über den andern Bescheid weiss

Wie schnell sich Gerüchte ausbreiten und hartnäckig haften bleiben

Wie lange der Zugezogene der Neue bleibt

Wie ungeschrieben hier eigene Gesetze in Stein gemeisselt sind

 

Wie aufgeräumt die Felder, Haus und Hof samt Hundehütte

Wie einheitlich das Dorfbild, harmonisch der Wald

Wie freundlich die Glocken ihr Lied über die Dächer schicken

Wie einladend die sonnenverbrannten Bänkchen an lauschigen Plätzchen

 

Wie unerwartet grossherzig und belesen der Eine

Wie stur verhaftet in bitterer Tradition der Andere

Wie rasch zur Hand im Unglück, den Stürmen der Natur

Wie blind, taub und stumm gegenüber andern Nöten

 

Wie gross die Kirche und klein die Stuben

Wie mächtig die Felsen und weich das Gras

Wie sternenklar die Nächte, frisch die Luft

Wie nah die Tiere, wie frei die Aussicht

 

Wie heiter, verklemmt, offenherzig und abweisend

Wie ängstlich, mutig, weitgereist und stehengeblieben

Wie interessiert, verbohrt, einladend und ausgrenzend

Wie herrlich-vielfältig dieser Mikrokosmos namens Dorf, in welchem ich heiter aufgewachsen bin

 



Ein Gedanke zu “Dorfidylle”

  1. Bernhard Gross sagt:

    Besser gehts nicht, wie treffend deine Aufzählung, wohl auch länderüberschreitend

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