Beinahe

 

Gestolpert und sich grade noch auffangen können,

sonst wäre man mit Sack und Pack in die ausgestellten Vasen gestürzt,

welche höher versichert waren als das eigene Leben.

 

Gebremst und haarscharf zum Stillstand gekommen vor dem Velo,

das schon im Kreisel war und nun seine Fahrt  nach Hause fortsetzen kann,

statt mit der Ambulanz Richtung Spital.

 

Verhaspelt und die Worte gerade noch herunterschlucken können,

die das Gegenüber schubladisiert hätten

und so bleibt nur etwas Beschämung über die eigenen Vorurteile.

 

Es gibt wohl in jedem Leben solche Beinahe-Situationen,

die einem den Schweiss auf die Stirn treiben

und Herzklopfen verursachen.

 

Nicht auszudenken, was hätte passieren können: Schaden, Verletzte und Leid,

auch im übertragenen Sinne.

Und man ist einfach nur froh, dass keine der möglichen Konsequenzen

eingetreten sind.

 

Mich machen diese Momente dankbar und barmherzig, mir und andern gegenüber;

ich bin nicht fehlerlos, niemand ist es.

 

So wenig hat gefehlt;

wäre die Situation anders herausgekommen, würde ich mir wünschen,

ich könnte das Rad zurückdrehen.

 

So gesehen sind diese kleineren oder grösseren Beinahe-Katastrophen

ganz besondere Chancen,

die nur wir selbst sehen, aber auch nur wir selbst nutzen können.



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